Seebäderschiff „Funny Girl“ in 1:1250

Jetzt freu(t)e ich mich auf das Seebäderschiff „Funny Girl“.

Leider habe ich den Bau abbrechen müssen und werde keine weiteren Modelle von IPCY bauen, auch wenn ich noch einige gekauft und heruntergeladen habe. Sie passen einfach nicht so, wie ich mir Modellbau vorstelle. Mit Passungenauigkeiten von 0,5 mm (das wären beim Original etwa 60cm), vieleckigen Kurven, unsymmetrischen Bauteilen sowie ziemlich schlechten Bauanleitungen können einfach keine Modelle nach meiner Vorstellung von Qualität gebaut werden. Es tut mir für den Konstrukteur, von dem ich menschlich sehr viel halte, einfach leid, aber ich habe keine Lust mich an den Modellen zu ärgern. Dafür ist mir meine Zeit zu schade.

Unterseeboot „U1“ in 1:1250

Beim Durchstöbern der von IPCY verfügbaren Modelle fand ich auch die U-Boote des 1. U-Boot-Geschwaders. Vielleicht ist bekannt, dass ich in den 1980ern fünf Jahre auf „U1“ (S 180), einem U-Boot der Klasse 205, gefahren bin. Auch weil der zugehörige Tender „Lahn“ – liebevoll „Geschwaderscheißhaus“ genannt – dabei ist, musste ich den Modellbaubogen unbedingt haben. Bei genauerer Betrachtung des Downloads fiel mir schnell auf, dass nur die Boote „U3“ (S 182) bis „U12“ (S 191) zu bauen sind. Häää? Watt soll datt dänn? Wenn Boote zum Geschwader gehörten, dann doch eher „U1“ und „U2“ als „U3“ bis „U8“. Letztere acht Boote waren auf Grund von verschiedensten Problemen mit dem Rumpf (Stichwort: Stahlkrise) reine Schulboote für die U-Boot-Lehrgruppe in Neustadt und somit nicht dem 1. U-Boot-Geschwader zugeteilt. Ich würde sagen: „Schlecht recherchiert!“.

Also importierte ich den Modellbaubogen in CorelDraw und was ich nun sah, war (eigentlich) eine Katastrophe. Was sind denn das bei der Grundplatte für krumme Linien? Und bei der Bordwand erst! Die Markierung für die Aufbauten ist auch nicht in die Mitte des Rumpfes gezeichnet!

Eine Überprüfung der Bauteile des Rettungskreuzers „Hermann Marwede“ zeigte mir, dass es auch dort der Fall ist. Und jetzt weiß ich auch, warum vermutlich die eine Bordwandseite besser passte als die andere: die Umrisslinie des grünen Decks vom Vorschiff ist nämlich nicht spiegelbildlich.

Die schwarze Linie ist die Originallinie aus dem Bogen und die Rote ist die gespiegelte Version. Ich kann kaum glauben, dass man so schlecht arbeiten kann und trotzdem zufriedenstellende Ergebnisse erhält. Wahrscheinlich liegt es am Maßstab, der schon einiges verzeiht.

Ich will die IPCY -Modelle nicht schlecht machen, absolut nicht, denn mir bereitet es eine unheimliche Freude diese „kleinen Scheißer“ zusammenzukleben. Aber sie sind nicht sauber konstruiert, dadurch nicht passgenau und ich weiß jetzt auch warum. Es liegt die Vermutung nahe, dass sie ganz schnell zusammengeprügelt werden – ohne Rücksicht auf Qualität – und bei einem Preis von nur ein paar wenigen Euro sei das wohl gerechtfertigt. Schade!

Mir ist noch aufgefallen, dass nach dem Öffnen der Datei in der Titelzeile des AcrobatReaders folgendes steht: „PowerPoint-Präsentation“ oder auch „Folie 1“. Nun hoffe ich nicht, dass die Modelle tatsächlich in PowerPoint gezeichnet wurden. Obwohl, das würde die vieleckigen Kurven und die Unsymmetrie der Bauteile erklären, aber meinen Sinn von vernünftigen Konstruktionen in den Grundfesten erschüttern.

So, und während ich immer mal wieder an diesem Text gearbeitet habe, um ihn sauber auszuformulieren, ist auch mein „U1“ fertig geworden. Ich habe die wenigen Bauteile komplett in CorelDraw überarbeitet und dabei sämtliche Umrisslinien neu gezeichnet und vor allen Dingen die Kennung „S 180“ auf den Turm gebracht. Des Weiteren habe ich noch ein paar Teile dazu gezeichnet: Laufsteg mit DUUX-Dom, Radar und Schnorchel. Die Stabantenne und der Seestander sind aus WonderWire hergestellt.

Trotz meiner vielen Anmerkungen – es soll kein Meckern sein – lasse ich mich vom Basteln dieser Modelle in dem interessanten Maßstab nicht abbringen. Dieser Maßstab eröffnet Möglichkeiten, die ich nicht geahnt hatte … und er macht echt süchtig. Vielen Dank für die Modelle!

Nachtrag: Einen hab‘ ich noch …
Auf den gedruckten Bogen ist ein Maßstab drauf, der in diesem Fall 7cm breit sein soll. Zur Kontrolle habe ich das bei mir nachgemessen und es fiel auf, dass meine gedruckte Version scheinbar 0,5 mm zu kurz ist. Das kann nicht sein! Daraufhin habe ich den Bogen noch einmal in CorelDraw importiert und siehe da … es stimmt nicht einmal der mitgelieferte Maßstab.

Ich hoffe, der Konstrukteur der wunderbaren kleinen Modelle liest hier mit und macht sich so seine Gedanken – oder er verflucht mich.

Schnellfähre „Halunder Jet“ in 1:1250

Nach dem Modell ist vor dem Modell. Es folgt der „Halunder Jet“, Indienststellung 2018. Der Bau beginnt mit den beiden Schwimmern des Katamaranrumpfes. Statt mit Weißleim habe ich hier die Bordwand wie auch das Bauteil der Innenseite mit dem Inhalt der schwarzen flinken Flasche bündig an die verdoppelte Grundplatte geklebt.

Gemäß Anleitungsbild soll noch vor den Heckspiegeln der Baugruppe 1 das Deck1 aus Bauabschnitt 2 aufgesetzt werden … oder auch nicht, denn die Beschriftung der Anleitungsfotos ist nicht in der Reihenfolge von links nach rechts. Ich habe erst die Heckspiegel angebracht und dann das Deck aufgeklebt. Passt!

Es folgen die Spanten und Zwischenwände der zweiten Baugruppe. Übrigens … man muss nicht so mit dem Weißleim herumjauchen, wie es in der Anleitung gezeigt wird. Es geht auch deutlich sparsamer.

Nun ist Baugruppe 3 mit dem Deck2 sowie fünf Spanten und zwei Fensterfronten an der Reihe.

Und nun wird das Sonnendeck mit dem Brückenaufbau und den restlichen Bauteilen verbaut. Damit ist das Modell dann auch schon wieder fertig.

Bei Modellen dieser Größe muss man als Konstrukteur sicherlich viele Kompromisse eingehen, deswegen gehe ich nicht auf weitere kleine Konstruktionsfehler ein, die man in wenigen Minuten hätte korrigieren können.

Auch dieses Modell hat mir trotz der Macken wieder viel Bastelfreude bereitet … und ich mache weiter.

Rettungskreuzer „Hermann Marwede“ in 1:1250

Nach dem gelungenen Appetithappen des Zollkreuzers „Helgoland“ im Maßstab 1:1250 möchte ich mit dem DGzRS-Rettungskreuzer „Hermann Marwede“ nachlegen. Dieser ist Bestandteil des Dioramas vom Hafen auf Helgoland. Der Bogen enthält vermutlich 36 Bauteile; bin mir bei der Teilezahl nicht sicher, wie auch bei anderen Modellen des Dioramas.

Zurück zum Modell. Fünf Bauteile der ersten Baugruppe sind zu verdoppeln. Auf die Grundplatte werden die drei verdoppelten weißen Flächen übereinander geklebt und mit dem nicht verdoppelten grünen Decksteil oben abgeschlossen.

Es folgt ein Querschott und davor mehrere Längsspanten, auf die das verdoppelte grüne Backdeck geklebt wird. Die Hinterkante des Decks schließt bündig mit der kleinen Wand ab, während das Deck vorne knapp 1,5 mm übersteht … mmmhh.

Mit dem Heckspiegel beginnt der Anbau der Bordwände. Die langen weißen Bordwände sind entsprechend der Rumpfform etwas vorzuformen. Meine sich beim Ausschneiden der Bordwandteile einstellenden Befürchtungen zur Passgenauigkeit der Bordwandteile am Bug wurden bestätigt, denn aus Erfahrung konnte ich schon erkennen, dass die Abwicklung nicht gut passen dürfte.

Für den Anbau habe ich die obere Ecke der abgeschrägten Bordwand an der hinteren Ecke des langen Backdecks angesetzt. Zum Heckspiegel passt es nahezu perfekt, aber zum Vorsteven hin wird es echt gruselig. Auch Fotos anderer Bauten dieses Modells (ja, sogar das Anleitungsmodell) zeigen, dass kein gutes Ergebnis zu erzielen ist. Ich wäre für meine Konstruktionen mit der Bordwandabwicklung nicht zufrieden und hätte sie defenitiv verbessert.

Es folgt das Tochterboot sowie die Kästen der Aufbauten unterhalb des Winchdecks.

Baugruppe 4 ist für die ersten Aufbauten vorgesehen. Hier sind vor der Rückwand ein paar Spanten einzuziehen.

Leider ist auch die Abwicklung der Rundung der Aufbauten nicht gelungen – echt schade … und ich verliere ein wenig die Lust, die ich vom Zollkreuzer „Helgoland“ mitgenommen hatte. Die Wand lässt vorne zum Deck hin eine Lücke – vielleicht 0,2 Millimeter. Beim Original wären das bummelig 25cm, durch die man schon mal einen Hammer werfen könnte.

Auch das nun folgende Deck der Baugruppe 5 ist eindeutig zu kurz. Das erkennt man sogar im Anleitungsbild – siehe Pfeil. Es tut mir echt leid, aber das kann und will ich nicht verstehen, dass so etwas vom Konstrukteur nicht korrigiert wird.

Ich habe das Modell jetzt fertig geknüppelt und stelle es zum Zollkreuzer. Das Peildeck habe ich in meiner kaum noch vorhandenen Motivation offensichtlich falsch herum aufgesetzt, aber das ist nun auch schon egal. Ein paar Bauteile sind übriggeblieben – darüber lässt sich die Bauanleitung leider nicht aus.

Ich weiß ja nicht, ob es bei diesen kleinen Modellen überhaupt einen Kontrollbau gibt oder ob sich der Konstrukteur so sicher ist, dass er keinen Kontrollbau braucht. Egal wie klein oder groß ein Modell wird, ich finde, dass ein Kontrollbau zwingend notwendig ist, wenn man sich Gemecker ersparen möchte. Das wiederum setzt natürlich auch einen Kontrollbauer voraus, der sich zu Problemzonen äußert und sie nicht mit Papiermatsche zukleistert. Ein Kontrollbau bedeutet zwar nicht, dass dadurch ein perfekter Modellbaubogen entsteht, aber reduziert doch eine Menge Ungereimtheiten und Passungenauigkeiten. So wäre bei der „Hermann Marwede“ vielleicht auch das Funkrufzeichen „DBAR“ in der Mitte des Daches gelandet und nicht so lieblos irgendwohin.

Nichtsdestotrotz hat mir auch dieser „kleine Scheißer“ Bastelspaß bereitet – trotz der Passungenauigkeiten – und ich habe wieder dazugelernt. Ich hoffe, das nächste Modell, der „Halunder Jet“, stimmt mich wieder milde.

Zollkreuzer „Helgoland“ in 1:1250

Ja, richtig gelesen … in 1:1250.

Irgendwann, es muss etwa Anfang 2023 gewesen sein, las ich zum ersten Mal in einem deutschen Modellbauforum Bauberichte von Schiffsmodellen im Maßstab 1:1250 und trat diesen Miniaturen aus der Feder von Joachim Frerichs sehr skeptisch und mit einem „naja, warum nicht“ gegenüber. In den letzten Monaten baute ein Modellbauer diese Miniaturen quasi im „2-Tage-Rhythmus“ und hat mich mit dem Diorama des Hafens von Helgoland ein wenig mehr eingefangen. Also habe ich mich mal neben der Konstruktion meines Jubiläumsmodells für 2027 etwas mehr mit den Modellen in 1:1250 beschäftigt und mir eins besorgt. Die Modelle sind für wenig Geld als Download hier https://ecardmodels.com/vendors/ipcy/ in großer Auswahl erhältlich.

Mich interessierten nun zunächst die Modelle der bekannten Kontrolleinheiten See des deutschen Zolls: die „Helgoland“ und die „Borkum“. Ich hatte seinerzeit die Konstruktion in 1:250 von Peter Brandt vollendet und kenne deswegen die Vorbilder. Der Preis für die vier Modelle beträgt 3 USD, was aktuell 2,58 € entspricht.

Gemäß Beschreibung sollen 4 Modelle aus dem Bogen zu bauen sein, die jeweils aus 39 Bauteilen bestehen – wenn ich richtig gezählt habe sind es sogar 40 Bauteile plus ein Reserve-Radar.

4 Seiten Bauanleitung zeigen den Zusammenbau und auf 5 Seiten sind Galeriebilder der Modelle dabei. OK, man muss die Bogen selbst ausdrucken und deren Qualität ist dadurch natürlich vom Drucker und seinen verwendeten Farben abhängig.

Möge der Bau beginnen…

Die acht Bauteile der ersten Baugruppe beschäftigen sich mit dem Rumpf. Das Hauptdeck wird zunächst verdoppelt. Die Schwimmer des Katamaran-Rumpfes bestehen aus jeweils drei Teilen.

Das Verdoppeln der Grundplatte war einfach. Die beiden Rumpfteile auf jeder Seite habe ich statt mit Weißleim mit dem Inhalt der flinken Flasche angesetzt, weil ich dadurch etwas mehr Zeit zum genauen Positionieren hatte. Das war gut so! Und weil die mit „Küstenwache“ bedruckten Teile ca. 0,3 mm höher sind als die Teile ohne Aufdruck, sollen diese offensichtlich auf die Deckskante geklebt werden.

Nun werden die Schwimmer geschlossen. Das geschieht vorsichtig mit Weißleim und geht auch ganz wunderbar.

Achtern wird noch die dreieckigen Heckspiegel aufgeklebt und nach 35 Minuten Bastelzeit ist der Rumpf Geschichte.

Weiter geht es mit den sechs Aufbauwänden der Baugruppe 2. Wenn ich mir vorstelle, wie ich seinerzeit nach Details für die Texturen der Wände gesucht hatte. Hier ist es eher die Kunst des Weglassens und das ist klasse gelöst!

Die Aufbauwände stehen … und die Inneneinrichtung wurde bereits mit Spanten der Baugruppe 3 ausgestattet.

Es folgt das Bootsdeck und weitere Aufbauwände sowie noch ein Spant – alles noch Baugruppe 3. Die „Wall 8“ war bei mir an ihren langen Seiten ein paar Zehntel zu lang und musste gekürzt werden, damit sie auf ihre Markierung passt.

Mal so zwischendurch … das Modell ist echt „geil“ und macht einen Höllenspaß. Jetzt kann ich Günter aus dem Forum endlich verstehen, warum er diese Winzlinge zusammenklebt!

Das Brücken- bzw. Winchdeck ist drauf; ebenso das Brückenhaus mit Peildeck. Die Brückenfester habe ich, wie schon zuvor die Fenster in den Aufbauten, nicht ausgeschnitten. Zwei vervierfachte Schlote, das Radar und der Mast vervollständigen den Bereich um die Brücke herum.

Was fehlt noch? Ein Arbeits- und ein Speedboot. Damit ist das Modell nach gut 100 Minuten fertig.

Das hat echt Spaß gemacht … und gute Laune … und war ganz bestimmt nicht mein letztes 1:1250er Schiff. Wenn man bedenkt, dass noch die „Borkum“ gebaut werden könnte sowie die gleichen Schiffe noch einmal mit dem Rumpf der älteren grünen Farbgebung, dann versprechen 2,58 € ganz viel Bastelfreude.

In diesem Maßstab sind natürlich keine hochdetaillierten Modelle zu erwarten, man könnte sie aber bestimmt noch etwas pimpen. Und man könnte sich beispielsweise eine kleine Hafenanlage als Diorama erstellen, die im Vergleich zum Maßstab 1:250 nur 1/25 der Fläche benötigen würde. Da kommen mir jetzt aber ganz viele Ideen, bei denen es nicht um die Präzision eines Modelles geht, sondern um das, was man damit darstellen könnte – eben ein maritimes Diorama.

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